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Naomi Klein: No Logo – Der Kampf der Global Players um Marktmacht

[BUCHTIPP] “Wer dachte, zum Thema Globalisierung sei schon alles gesagt, der wird durch das Buch von Naomi Klein eines Besseren belehrt. Zugegeben, ihre Ausgangsthese, dass die Globalisierung viele Gesichter habe, einige strahlende, die den wenigen Gewinnern gehören, aber eben auch viele verzweifelte der zahlreichen Verlierer, ist nicht neu. Das ist aber auch nicht ihr Thema. Die freischaffende Autorin und Redakteurin geht vielmehr einen Schritt weiter: Ihr Werk resümiert die ersten Ansätze der “nächsten politischen Bewegung”, einer Art globaler Anti-Globalisierungsbewegung, und versteht sich ganz bewusst als deren Schrittmacher.

Systematisch entwickelt die Autorin ihren Gedankengang: Der Entgrenzung der Markträume — nichts anderes ist Globalisierung — folgt keineswegs die so oft vorhergesagte regellose globale Anarchie beziehungsweise die schöne neue Welt der großen Vielfalt. Vielmehr ist die Folge der Entgrenzung die Beschneidung der individuellen Freiheit, die Beschränkung der Auswahl sowie die Einebnung kultureller Heterogenität durch die Herrschaft der großen, weltweit agierenden Konzerne. Microsoft, Shell und Ko., die sich zusammengetan haben, um die “de facto Weltregierung” zu bilden, erklärt Klein zum Feindbild. Mit vielen gut ausgewählten Beispielen zeigt sie, dass sich aber auch seit einigen Jahren weltweit eine Bewegung etabliert hat, die gegen die Konzernherrschaft ankämpft.

Es ist vor allem die Art und Weise, wie Naomi Klein ihre persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen und Schlussfolgerungen in den Text einbaut, die den Reiz des Buches ausmacht. In der Tradition amerikanischer Essayistik stehend, verschweigt sie ihre persönliche Betroffenheit nicht, sondern setzt sie bewusst ein. Damit vermischt sich objektive, faktenreiche Darstellung mit subjektiver Bewertung zu einem aufrüttelnden Appell an den Leser.” -Dr. Manfred Schwarzmeier, Buchbeschreibung auf amazon.de

Jean Ziegler: Die neuen Herrscher der Welt

[BUCHTIPP] “Jean Ziegler ist ein Anhänger des starken und offenen Wortes. Schonungslos stellt er den Neoliberalismus, dessen Protagonisten und Helfershelfer an den Pranger.

Wie Ziegler Bill Gates von Microsoft und Larry Ellison von Oracle, zwei Parade-”Beutejäger”, beschreibt, könnte aus Brehms Tierleben stammen: Nur ihrem Killerinstinkt folgend, sind sie und ihresgleichen raubtiergleich damit beschäftigt, Beute zu erlegen, sprich feindliche Firmen zu übernehmen. Auf ihren weltweiten Beutezügen werden sie von “Söldlingen” wie dem IWF oder der Weltbank unterstützt. Damit sind sie für den ehemaligen schweizerischen Nationalrat hauptverantwortlich für den “Weltkrieg gegen die Armen”. Im Zeitalter der Globalisierung, also der schrankenlosen Liberalisierung der Märkte, werden die kapitalistischen “Oligarchien” zu den eigentlichen “Herrschern der Welt”. Verlierer sind die Armen. Denn obwohl es möglich wäre, zwölf Milliarden Menschen zu ernähren, dämmert bei einer Weltbevölkerung von zirka sechs Milliarden etwa ein Fünftel chronisch unterernährt dem Tod entgegen. “Verantwortlich für sie ist die Ordnung der Welt. Wer auch immer an Hunger stirbt — er ist Opfer eines Mordes”, so das Urteil des Autors.

Es gibt aber auch Hoffnung. Nicht die Selbstregulierungskraft des Marktes, auch nicht die schwindende Macht der siechenden Nationalstaaten ist gemeint, sondern die Gegenmacht einer “globalen Zivilgesellschaft”. Für den “bevorstehenden Kampf” gegen die Oligarchien des Kapitals will Ziegler mit seiner Analyse “Waffen” liefern. Dies ist ihm sicherlich gelungen. Ob sich das Buch zu einer Art Bibel der Zivilgesellschaft entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Die Kraft des Wortes spricht dafür, ebenso Zieglers klare Unterscheidung von Gut- und Bösmenschen. Für Zwischentöne allerdings ist in seinem Schwarz-Weiß-Gemälde, das leider viel Wahres abbildet, nicht sehr viel Platz.” -Dr. Manfred Schwarzmeier, Buchbeschreibung auf amazon.de.

Anmerkung von medialeaks: Ziegler beschreibt sehr gut und hintergründig die Auswüchse des Neoliberalismus. Leider nennt er die wahren Oligarchen des Geldes nicht beim Namen, sondern lenkt mit Schilderungen wie etwa der des Multimilliardärs “Bill Gates” von den wahren Machthabern und Besitzenden – der alten Bankendynastien – ab.

Horst Stowasser: Anarchie!: Idee – Geschichte – Perspektiven

[BUCHTIPP] »Zorn, Rebellion und Aufbegehren gegen das, was einengt und unfrei macht; das seien die uralten Triebkräfte der Menschheitsgeschichte. Zu sehen sei das bei den Sklavenaufständen der Antike, in der Geschichte des Michael Kohlhaas, bei den gegenwärtigen Bewegungen etwa der Globalisierungskritik. Freilich sind Hass und Wut schlechte Ratgeber. Doch aus dem Spannungsfeld von Zorn und Freiheit ist der Gedanke der Herrschaftsfreiheit entsprungen. Dieser Ideengeschichte der Anarchie hat Horst Stowasser ein dickes, überraschendes und taugliches Grundlagenwerk gewidmet.« (Neue Zürcher Zeitung)

Tipps für Aktionen gegen das System: Politik hacken

VIDEO: Im Vortrag werden Methoden vorgestellt, wie man Missstände in Politik und Wirtschaft effektiv und auch mit sehr viel Witz (und dadurch auch sehr Publikumswirksam bzw. einprägsam) einer mehr oder weniger breiten Masse offenlegen kann. Oft wenig wirksame Methoden wie klassischer Protest, konventionelle Demos, Online-Petitionen und Bürgerinitiativen werden seit einiger Zeit durch neue Instrumente der politischen Partizipation ergänzt. Deren Stärke liegt in dezentraler Organisation, Kommunikationsguerilla-Aktionen, diskursiver Intervention und kollaborativer Spontaneität. Der Vortrag stellt anhand von Beispielen ein Toolset an Möglichkeiten des regelverletzenden und gewaltfreien Mitmischens und Einmischens in Politik und Medienwelt vor.

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Öffentlicher Protest: Wir sind wütend – Roland Düringer

VIDEO: Um eine “Kritische Masse” von etwa 10% in der Bevölkerung zu erreichen (die benötigt wird, damit eine Meinung, ein Misstand als “präsent” empfunden wird), ist es wichtig, dass es einige mutige Menschen des öffentlichen Lebens gibt, welche offen Ihre Meinung vertreten, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Hier der Beitrag von Roland Düringer in Alfred Dorfers ORF-Satireshow “Donnerstalk”.
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Va EXKURS GEGENMASSNAHMEN

In dieser Kategorie: Hier stellen wir Alternativen vor: Mögliche Schritte für den Einzelnen innerhalb bzw. parallel zum bestehenden System. Was kann jeder tun, um möglichst wenig mit dem System der Herrschaft der Geldelite kooperieren zu müssen bzw. um Missstände aufzuzeigen.



Aufgrund der verheerenden Auswirkungen des uns auferlegten Systems werden immer mehr Menschen auch in der westlichen Welt nach alternativen Lebensformen innerhalb dieses Systems suchen bzw. sie werden wenn schon nicht aus rein ideologischen, dann aus aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen sein.

Wir wollen hier einige Modelle und Ideen vorstellen, wie man sich innerhalb des Systems alternativ arrangieren kann. Bestenfalls sorgt man so gleichzeitig für ein zunehmendes Umdenken in weiteren Teilen des Volkes. Der Nachteil der hier vorgestellten Alternativen: man ist vom “Goodwill” des Systems abhängig. D.h. sobald eine Initiative zu viele Mitstreiter findet bzw. eine gewisse Gefahr für den Erhalt des Systems darstellt, kann diese sehr schnell “eingestampft” werden (Gesetzesentwürfe und neue Vorschriften, Zensur, öffentliche Diffamierungen…).

Dennoch hier ein paar Beispiele, wie man sich evtl. ein Stück weniger zum Sklaven der Agenda der Machtelite macht sowie ein paar Mittel, wie man das Bewusstsein für die Missstände des uns auferlegten Machtapparates im Volk stärken kann.



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